Studium abbrechen – und dann? Das sind deine Alternativen in Bayern

Manchmal passt es einfach nicht: Ein Studium abzubrechen hat wohl niemand so geplant, ist aber nichts Ungewöhnliches und erst recht kein Weltuntergang. Denn es gibt Alternativen zum Studieren an einer (Fach-)Hochschule oder an einer Universität. Welche Ausbildungsalternativen oder anderen Überbrückungsmöglichkeiten du hast – erklären wir dir hier!

Gründe, ein Studium abzubrechen, gibt es viele. Vielleicht ist der Studiengang nicht der passende für dich oder Studieren an sich gefällt dir nicht. Wenn du an deiner Studienwahl zweifelst, bist du nicht alleine. Rund ein Drittel der Studierenden in Deutschland verlässt die Hochschule ohne Abschluss, die Hälfte davon schon im ersten Jahr.

Keine Sorge: Du hast die Wahl!

Doch steht die Entscheidung einmal fest, dass ein Studium nicht das Richtige für dich ist, kommt schnell die Angst. Was wird jetzt aus mir? Was sind die Alternativen? Keine Panik: Mit diesen fünf Wahlmöglichkeiten klappt dein beruflicher Karrierestart in Bayern trotzdem!

1. Spannend und vielseitig: schulische Ausbildungen

Wenn du z. B. Krankenpfleger/in, Fremdsprachenkorrespondent/in oder kaufmännische/r Assistent/in werden willst, dann ist die schulische Ausbildung eine Alternative zu einem Studium. Ein bis drei Jahre – je nach gewählter Fachrichtung – lernst du an einer Berufsfachschule alles, was du später in deinem Arbeitsalltag brauchen wirst. Du hast keine längeren Praxisphasen in einem Ausbildungsbetrieb, dennoch gibt es oft Praxiseinheiten in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern. Gut zu wissen: Wenn du einen BAföG-Antrag stellen möchtest, solltest du die Förderung rechtzeitig beantragen. Denn während der schulischen Ausbildung wirst du noch nicht bezahlt.

Mehr Infos zur Berufsfachschule vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus

2. Direkt rein in die Praxis: Die duale Ausbildung

Die duale Ausbildung punktet vor allem mit intensivem Praxisbezug. Hier arbeitest du die meiste Zeit direkt im Betrieb, lernst Kollegen und Kolleginnen aus der Branche kennen und sammelst wertvolle Berufserfahrung. Der theoretische Unterricht findet in Blockseminaren oder regelmäßig an bestimmten Wochentagen in der Berufsschule statt. In der Regel dauert die duale Ausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Ein Vorteil für dich gegenüber Studium und schulischer Ausbildung: Du erhältst vom ersten Tag an eine Ausbildungsvergütung.
Und noch ein Vorzug: Dein Abitur kannst du dir oft ebenso anrechnen lassen wie bereits absolvierte Uni-Semester – und so die Ausbildungsdauer verkürzen.

Zum BOBY-Beitrag „5 Vorteile einer dualen Ausbildung“  

Mehr Infos zur Ausbildungsvergütung im BOBY-Beitrag „Berufsbildungsgesetz (BBiG)“

Mehr Infos zur Anrechenbarkeit von Studiensemestern und Angeboten für Studienabbrecher von der Industrie- und Handelskammer (IHK)

3. Für Ambitionierte mit Abitur: Die doppelt qualifizierende Ausbildung

Wer gleich zwei Abschlüsse erwerben möchte, sollte sich zur Sonderausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten informieren: der doppelt qualifizierenden Ausbildung. Dieser Bildungsweg führt dich insbesondere in kaufmännische Berufe. Eine Übersicht der Abschlüsse, die du per doppelt qualifizierender Ausbildung erreich kannst, bietet z. B. die Agentur für Arbeit. Nach der dreijährigen Ausbildung bist du dann beispielsweise nicht nur Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, sondern darfst dich zusätzlich auch Handelsfachwirt/in nennen. Schau doch z. B. mal vorbei beim Projekt „Abi + Auto“: einem Programm im Kraftfahrzeuggewerbe, speziell für Abiturientinnen und Abiturienten sowie Studienaussteigerinnen und Studienaussteiger.

4. Orientierungshilfen für Studienaussteiger/innen: Freiwilligendienst und Praktika

Wenn du dein Studium abbrechen möchtest oder es vielleicht schon abgebrochen hast, aber noch nicht so recht weißt, wie es weitergehen soll: Dann nimm dir Zeit zur Neuorientierung. Dir könnte zum Beispiel ein freiwilliges Jahr oder ein Praktikum dabei helfen, herauszufinden, wo und wie genau dich dein beruflicher Weg weiterführen soll. Die Auswahl ist auch hier groß: Vom Bundesfreiwilligendienst über den Freiwilligendienst im Sport bis hin zum Freiwilligen Sozialen Jahr oder Freiwilligen Ökologischen Jahr.

Mehr Infos zum Thema “Freiwilligendienst leisten” von der Agentur für Arbeit

Studienabbruch: Wo finde ich individuelle Unterstützung und Beratung?

Egal, welche Gründe dich zu einem Studienabbruch bewegen, welche Fragen dich beschäftigen und welche alternativen beruflichen Wege dich interessieren: Du wirst damit nicht allein gelassen. In Bayern kannst du dich an die sogenannten Akquisiteure für Studienaussteiger wenden oder auch an die entsprechenden Beraterinnen und Berater bei den Agenturen für Arbeit. Diese begleiten dich gerne so lange, bis du einen Ausbildungsweg gefunden hast, auf den du dich bewerben möchtest.


Mehr zum Thema Bewerbung im BOBY-Beitrag "5 Tipps für die perfekte (Online-)Bewerbung! Für Ausbildung oder duales Studium”

Video: Eine Studienakquisiteurin erzählt, wie es nach einem Studienabbruch weitergehen kann

Eine Frau sitzt in einem gelben Sessel und berichtet.

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Diese Angebote aus Bayern helfen dir bei der Berufswahl:

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